STELLUNGNAHME DES BERUFSVERBANDS FÜR FUNKTIONELLE OSTEOPATHIE (bvFO e.V.)

Berlin, 01.12.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute Lesung des Pflegestärkungsgesetzes III im Bundestag:

Vorerst keine Etablierung Osteopathischer Therapie in der grundständigen Berufsausbildung der PhysiotherpeutInnen

 

 

 

Gestern hat der Ausschuss für Gesundheit des Bundesgesundheitsministeriums entschieden, den Änderungsantrag 33 aus dem Pflegestärkungsgesetz III zurückzuziehen. Mit ihm sollte über die Verankerung osteopathischer Grundkenntnisse im Umfang von 60 Unterrichtseinheiten in die physiotherapeutische Ausbildungs- und Prüfungsordnung die rechtliche Situation von PhysiotherapeutInnen bei der Ausübung osteopathischer Therapie rechtlich geheilt werden.

 

Dies kann von Seiten des Gesetzgebers nicht im Zusammenhang mit dem Pflegestärkungsgesetz III geregelt werden, wie ein Mitglied des Ausschusses dem bvFO mitteilte. Das weitere Procedere wird im Januar 2017 besprochen. Auch andere Verbände haben ein großes Interesse daran, die neuen Lösungsansätze für osteopathisch therapierende PhysiotherapeutInnen in geeigneter gesetzgeberischer Form etabliert zu sehen. Sie finden mittlerweile einen breiten Konsens in verschiedenen großen Verbänden.

 

Der Berufsverband für Funktionelle Osteopathie bietet deshalb allen Verantwortlichen der beteiligten osteopathischen und physiotherapeutischen Verbände einen runden Tisch an, bei dem Lösungsvorschläge für die Übergangszeit bis hin zu einer eindeutigen Regelung erkundet werden sollen. Jetzt muss lösungsorientiert miteinander gesprochen werden um dann der Politik neue legislative Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

 

Unseren PatientInnen und unserer gemeinsamen Sache - der Verankerung der Osteopathie in der Volksgesundheit - wäre bestmöglich damit zu dienen, die osteopathische Versorgung der gesetzlich versicherten Bevölkerungsmehrheit gesundheitsberuflich übergreifend zu gewährleisten. Auch und gerade unter Einbeziehung der PhysiotherapeutInnen, die sich schon diesbezüglich weiterbilden und zu Tausenden schon weiterqualifiziert haben. Nach wie vor bleibt nur die Qualifikation zum HP als  berufsrechtlich sichere Lösung.

 

Inwiefern es nun nach der Zurücknahme des Änderungsantrags 33 zum PSG III dann zu einem eigenständigen Berufsgesetz für Osteopathen kommen könnte, steht nach wie vor in den Sternen. Ob die Bemühungen der Berufsverbände, die immer noch daran glauben, jemals greifen werden, wird wohl eher von der Positionierung der anderen Berufsverbände, wie z.B. der Bundesärztekammer abhängig sein. Hier sieht der bvFO bislang keine dahin weisenden Signale, die in eine Erweiterung des deutschen Spektrums der Gesundheitsberufe deuten würden. Ein eigenständiger Beruf Osteopath (mit Direktzugang) bleibt, da wir in Deutschland schon den HP etabliert haben, nach wie vor höchst unwahrscheinlich.

 

Es ist jedenfalls ein Unding, wenn viele PhysiotherapeutInnen, die sich osteopathisch mit viel Lernaufwand und unter hohen Kosten weiterqualifiziert haben, immer noch auf rechtlich unsicherer Basis therapieren und sie somit pauschal zu einer Gefahr für die Volksgesundheit degradiert werden, da sie keine HP-Prüfung abgelegt haben. Man muss sich dann nicht wundern, wenn tausende hochqualifizierte PhysiotherapeutInnen in den nächsten Jahren aus dem öffentlichen Gesundheitswesen in den privaten Sektor abwandern werden, und damit der Fachkräftemangel in der Physiotherapie in Zukunft noch weiter verschärft wird.

 

Doch uns als bvFO interessieren zu allererst  in diesem Kontext die berufsspezifischen Qualitätsmaßstäbe über ein angemessenes osteopathisches Curriculum in der Fortbildung als

  • HeilpraktikerIn
  • Ärztin und
  • PhysiotherapeutIn

Alles andere wird die Herausforderung für die Gesundheitspolitik im Zeitalter der Babyboomer-Rentner sein - also spätestens bei der mittelfristigen Planung für die Zeit ab 2020.

 

Der Appell des bvFO an alle an der Lösung der Problematik interessierten Seiten:

Lasst uns zusammenarbeiten, um

  • zusammen mit den Landesregierungen Übergangslösungen zu finden,
  • ein geeignetes berufsspezifisches Curriculum für die verschiedenen therapeutischen Berufe zu erarbeiten, das u.A. auch dem Kompetenzrahmen der PhysiotherapeutInnen angepasst ist im Sinne des WHO Type II Modells (Umfang 1000 UE)
  • und somit über eine vom PSG III abgekoppelte Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für PhysiotherapeutInnen


dafür Sorge zu tragen, dass die Osteopathie in Deutschland in Zukunft klarer positioniert ist. Es geht um nicht weniger als darum, das in den letzten fünfzehn Jahren gewachsene Vertrauen der PatientInnen, wie auch der GKV-Krankenkassen und der Ärzteschaft in die Behandlungsqualität osteopathischer TherapeutInnen zu würdigen. Diesbezüglich hilft keine Alles

-oder-Nichts-Strategie sondern nur lösungsorientierte Vernetzung der berufspolitischen Anstrengungen.

 

Denn das Gute ist, dass auch das Bundesgesundheitsministerium nun ein offenes Ohr für den diesbezüglichen Lösungsbedarf hat - nur war die Positionierung als einer unter vielen Änderungsanträgen im PSG III noch nicht ausgereift.

 

Auf ein Neues: der bvFO arbeitet für unsere Mitglieder und für die Etablierung der Osteopathie auch in Zukunft weiter daran.

 

Susanne Goerke

- Vorsitzende des bvFO -

 

Auszüge aus der Anhörung im Reichtags-Gebäude vom 17.10.16:

www.bundestag.de

Ausschüsse

Osteopathie relevante Passagen:

Frage MdB Heidenblut (SPD) an IFK und VOD 1h12´09"

Frage MdB Dr.Katja Leikert (CDU) an VOD und ZVK 2h30`04"

Osteopathische Fortbildungen

und Gesamtausbildung bei der cura-Akademie

 

Liste ordentl. Mitglieder BvFO 20112016.
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Kontakt:

 

bvFO Verband e.V.

Anklamer Str. 38

10115 Berlin

Tel.: 030 / 44 040 671

e-Mail: info(at)bvfo-verband.de